Darmstadt beschließt Hitzeschutzprogramm für Schulen und Kitas
Heiße Tage stellen Schulen und Kitas zunehmend vor praktische Herausforderungen: Überhitzte Klassenräume, fehlende Verschattung und hohe Temperaturen belasten Kinder, pädagogische Fachkräfte sowie Lehrkräfte gleichermaßen. Die Stadtverordnetenversammlung hat deshalb einstimmig beschlossen, ein Hitzeschutzprogramm für Darmstädter Schulen und Kitas zu entwickeln und umzusetzen.
Der gemeinsame Antrag (von 6 Parteien) sieht ein Vorgehen in zwei Stufen vor. Zunächst sollen bis zum Sommer 2027 kurzfristig realisierbare Maßnahmen auf den Weg gebracht werden. Dazu gehören insbesondere außenliegende Verschattungen wie Sonnensegel, Jalousien oder Markisen, Sonnenschutzfolien an besonders belasteten Fensterflächen, passive Kühlmaßnahmen wie Nachtlüftung oder geeignete Lüftungsgeräte sowie Schulungen für einen hitzegerechten Gebäudebetrieb. Wo dies erforderlich ist, soll auch aktive Kühlung beziehungsweise Temperierung geprüft werden.
Wesentlich ist dabei, zunächst eine belastbare Datengrundlage zu schaffen. Schulen und Kitas sollen zu den konkreten Belastungen und zum jeweiligen Handlungsbedarf befragt werden. Anschließend ist eine weitergehende Erfassung der Raumtemperaturen vorgesehen, damit besonders betroffene Einrichtungen vorrangig unterstützt werden können.
Genau diese Erhebung hatte die AfD-Fraktion Darmstadt bereits mit ihrer Anfrage vom 10. August gefordert. Umso mehr begrüßen wir, dass die Stadtverordnetenversammlung diesen notwendigen Schritt nun gemeinsam aufgreift. Wenigstens beim Schutz von Kindern, Lehrkräften und Beschäftigten vor überhitzten Räumen besteht Einigkeit über Parteigrenzen hinweg.
Kritisch bleibt jedoch: Wie so oft wurde im Antrag nicht über die konkreten Kosten gesprochen. Der Beschluss enthält weder einen bezifferten Finanzrahmen noch eine nachvollziehbare Aussage darüber, welche Mittel im städtischen Haushalt tatsächlich zur Verfügung stehen sollen. Dabei ist bereits heute absehbar, dass Verschattung, Umbauten, technische Kühlung, Begrünung und notwendige Sanierungen eine erhebliche Investition erfordern werden.
Aus Sicht der AfD-Fraktion wird Darmstadt ein solches Programm nicht allein aus eigener Kraft finanzieren können. Für eine flächendeckende und dauerhaft wirksame Umsetzung wird es deshalb verlässliche Unterstützung des Landes brauchen. Das Land Hessen muss Kommunen bei der Anpassung öffentlicher Gebäude an zunehmende Hitzeperioden stärker unterstützen und geeignete Förderprogramme bereitstellen.
Der Antrag beschränkt sich nicht auf kurzfristige Hilfen. Bei anstehenden Sanierungen und Neubauten soll Hitzeschutz künftig von Beginn an mitgedacht werden, etwa durch bauliche Verschattung, energieeffiziente Lösungen sowie Begrünung und Schattenflächen auf Schulgeländen.
Als AfD-Fraktion Darmstadt begrüßen wir den einstimmigen Beschluss. Entscheidend ist nun, dass die Prüfungen nicht folgenlos bleiben, sondern zügig in wirksame, wirtschaftliche und transparent finanzierte Maßnahmen münden. Kinder müssen auch an heißen Tagen gut lernen können; Lehrkräfte und Beschäftigte brauchen Räume, in denen Arbeiten und Betreuung gesundheitlich zumutbar bleiben.
Gute Absichten reichen nicht aus: Der Magistrat muss jetzt offenlegen, welche Maßnahmen was kosten, wie sie priorisiert werden und welchen Anteil Stadt, Land und mögliche Förderprogramme jeweils übernehmen sollen.

