Kommunale Wärmeplanung: AfD-Fraktion lehnt unrealistische Ziele ab

18.000 Adressen bis 2045 – öffentliche Gebäude bis 2035

Die AfD-Fraktion Darmstadt hat die vorgelegte kommunale Wärmeplanung abgelehnt.

Das Konzept setzt auf wenige Energieversorgungsarten und einen Transformationspfad, der technisch, finanziell und organisatorisch nicht realistisch ist. Der Bericht geht davon aus, dass bis 2045 mehr als 18.000 Adressen mit Wärmepumpen versorgt werden – jährlich rund 900 neue Wärmepumpen, 1.000 stillgelegte Gasanschlüsse und 250 neue Fernwärmeanschlüsse.

Gleichzeitig verpflichtet sich die Stadt, ihre eigenen öffentlichen Gebäude bereits bis 2035 klimaneutral zu machen.

Ein solcher Zeitplan berücksichtigt aus unserer Sicht nicht ausreichend:

  • begrenzte Kapazitäten von Handwerk und Netzbetreibern,
  • hohe Investitionskosten für Eigentümer, Mieter und Stadt,
  • notwendige Netzertüchtigungen,
  • unterschiedliche Gebäudevoraussetzungen,
  • Entwicklungen bei Technik, Preisen und Gesetzen.

Auch bei Neubauten darf die Stadt keine Standards verlangen, die über das wirtschaftlich und sachlich Erforderliche hinausgehen. Zusätzliche Anforderungen verteuern das Bauen, verschärfen die Wohnungsnot und belasten den städtischen Haushalt. Darmstadt hat jetzt schon laut Bund der Steuerzahler die höchsten Nebenkosten in Hessen – dieser Platz ist damit gesichert.

Technologieoffen statt Verbote

Wir brauchen einen breiten, technologieoffenen Energiemix – ohne starre Vorgaben und Verbote. Entscheidend ist, dass Energie zuverlässig, bezahlbar und verfügbar bleibt.

Auch auf EU-Ebene wird inzwischen priorisiert: Für Nichtwohngebäude gelten zunächst Mindeststandards für die schlechtesten 16 Prozent bis 2030 und 26 Prozent bis 2033 – ein „Worst-first“-Ansatz statt pauschaler Pflicht für alle.

Auf Bundesebene wurde der Ansatz ebenfalls angepasst: Das seit dem 29. Juli 2026 geltende Gebäudemodernisierungsgesetz ersetzt das alte Gebäudeenergiegesetz. Die pauschale 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Energien entfällt, Eigentümer können wieder stärker selbst entscheiden.

Deshalb sagen wir Nein zu unrealistischen Zielen – und Ja zu einer verlässlichen, technologieoffenen und bezahlbaren Wärmeversorgung für Darmstadt.

Hier finden Sie die Magistratsvorlage:
https://darmstadt.gremien.info/submission?id=20261305100166

Beitragsbild Kommunale Wärmeplanung